Offener Brief an die Präsidentin des Sozialverbandes VDK

Berlin, 6. November 2017. Der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer hat die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Ulrike Mascher, in einem offenen Brief aufgefordert, sich ernsthaft mit den Sorgen der AfD-Wähler und den Argumenten der Partei auseinanderzusetzen, statt sich dem Dialog mit der neuen parlamentarischen Kraft im Bundestag zu verweigern.

Der Potsdamer Bundestagsabgeordnete reagierte damit auf einen Kommentar Maschers in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitschrift des VDK in dem sie der AfD unter anderem vorwirft, offen minderheitenfeindliche Positionen zu vertreten. Zudem behauptet Mascher, die AfD habe im Wahlkampf Ängste vor Flüchtlingen geschürt und „die Not der sozial Benachteiligten im Land gegen das Leid der Geflohenen“ ausgespielt. Der VdK stehe dagegen für soziale Gerechtigkeit und gegen soziale Spaltung. „Toleranz, Mitmenschlichkeit, Respekt und Solidarität sind die zentralen Werte unseres großen Sozialverbands. Mit dieser Grundhaltung trennen wir uns deutlich von Positionen, wie die AfD sie vertritt“, heißt es in dem Kommentar der VdK-Präsidentin.

Springer warf Mascher vor, auf den Erfolg der AfD mit billiger Polemik zu reagieren, statt nach den Ursachen für die Wählerwanderung von den etablierten Parteien hin zur AfD zu suchen. „Dass diese Wählerwanderung möglicherweise auf die Krise unseres Sozialstaats oder die bröckelnde Glaubwürdigkeit der etablierten Parteien zurückzuführen ist; dass sie Ausdruck eines fundamentalen Bedürfnisses nach einer politischen Veränderung in Deutschland ist, hätte Teil Ihrer Analyse sein können –  war es aber nicht“, kritisierte Springer in seinem Brief an Mascher.

Die AfD schüre keine Ängste, sondern vertrete die Interessen derer, die in Sorge sind. „Sie nimmt den Unmut derer auf, die in der grenzenlosen Zuwanderung auch die Risiken sehen, die wissen, dass der Kuchen, den der Staat zu verteilen hat, endlich ist und die das Gefühl haben, dass das Fundament unseres Sozialstaats morsch geworden ist, angesichts einer überalterten Gesellschaft, globalisierter Wirtschaftsprozesse und tiefgreifender technologischer Veränderungen.“

Durch ihren Wahlerfolg am 24. September 2017 sei die AfD nun ebenso wie der VdK ein relevanter Akteur der deutschen Sozialpolitik. „Ich bitte Sie darum, den Wählerwillen zu akzeptieren und sich ernsthaft mit unseren Positionen auseinanderzusetzen. Machen Sie nicht den Fehler der etablierten Parteien und fallen in reflexhafte billige Polemik, die kein einziges Problem unserer Gesellschaft löst“, forderte Springer die VdK-Präsidentin zum Dialog auf.

Den kompletten Text des Offenen Briefes finden Sie hier als Download:
Offener Brief

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