Die Provinz vor dem Aussterben retten

In ganz Deutschland werden abgelegene Landstriche vernachlässigt. Sie kommen in den Raumplanungskonzepten nicht mehr vor. Seit Jahren wird an öffentlichen Leistungen gespart. Es fängt beim Nahverkehr an und hört bei der ärztlichen Versorgung und Kindertagesstätten auf. Schulen, Apotheken, Cafés und Supermärkte schließen und verscheuchen junge Erwachsene aus den Dörfern. Zurück bleiben verwaiste Kulturlandschaften, zerstörte Identitätsräume und die Alten, die Ihre Mobilität verloren haben. In Brandenburg trifft es vor allem die Prignitz und die Uckermark im Norden sowie Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz im Süden. Eine – wie in Brandenburg – von oben verordnete Kreisgebietsreform löst nicht ein einziges Problem. Im Gegenteil, sie ist Zeichen politischer Selbstaufgabe. Das muss enden! Der ländliche Raum und die Dörfer müssen als Heimat und Identifikationsräume stabilisiert werden. Die kleinteilige Wirtschaft im ländlichen Raum muss gestärkt werden, denn sie schafft Arbeitsplätze und ist mit ihren Steuereinnahmen eine Grundlage der Gemeindefinanzierung. Durch eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung können wir in Zukunft vielleicht darauf verzichten, Tomaten aus Marokko zu importieren oder Kartoffeln aus Ägypten, sondern beides beim deutschen Bauern aus dem Umland kaufen und dort somit eine wirtschaftliche Perspektive schaffen.

Schreibe einen Kommentar