Rede zum Thema Sozialpolitik auf Kundgebung am 20.02.2017 auf dem Johannes-Kepler-Platz in Potsdam

Liebe Freunde,
wir wissen alle warum wir heute hier sind. Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass es uns im Vergleich zu anderen Ländern unglaublich gut geht.

Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass das Allgemeininteresse wichtiger genommen wird, als die Interessen von rot-grünen Minderheiten, machtbesessenen Politikern, korrupten Lobbyverbänden und Brüsseler Eurokraten.

Wir sind hier, weil wir nicht mehr glauben, dass Jahr für Jahr wertvolle Arbeitsplätze geschaffen werden und die Masse in unserem Land zu den großen Gewinnern der Globalisierung gehört.

Wir glauben das alles nicht mehr. Denn wenn wir uns in Deutschland, in Brandenburg und auch hier in Potsdam umschauen, dann haben wir das Gefühl, hier wird keine Politik mehr für’s Volk gemacht; dann überrennen uns keine Globalisierungsgewinner; dann sehen wir immer mehr Verlierer.

Das sind die Minijobber, die Teilzeitbeschäftigten, die Befristeten und die Verliehenen. Das sind die Aufstocker und all die, die mit zwei Jobs oder sogar mehr ums tägliche Überleben kämpfen. Das sind vor allem aber diejenigen, die 40 bis 50 Stunden in der Woche malochen und am Monatsende trotzdem nur 900 bis 1100 Euro netto auf dem Konto haben.

Für all die malochenden Kassierer, Paketausträger, LKW-Fahrer, Pflegekräfte und Gebäudereiniger ist nach zwanzig Jahren roter, schwarzer, grüner und gelber Versprechen der Traum vom bescheidenen Wohlstand geplatzt.

Wenn diese Menschen an Morgen denken, dann sehen sie da keinen Urlaub, kein neues Auto und kein Eigenheim, sondern nur mehr Druck, mehr unbezahlte Überstunden und mehr Angst vor dem Jobverlust. Aber es trifft nicht nur den kleinen Mann. Es trifft vor allem auch immer mehr Familien und Kinder. 2,3 Millionen Kinder wachsen inzwischen in einer sogenannten Ein-Eltern-Familie auf. Von diesen Kindern lebt schon fast eine Million von Hartz4.

Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, so große Teile unseres eigenen Volkes an den Rand des sozialen Abgrunds zu drängen, aber als Alternative für Deutschland sind wir nicht mehr bereit, diese katastrophale Entwicklung auch nur einen Tag länger zu dulden. Deswegen sind wir heute hier und deswegen kämpfen wir.

Wir kämpfen auf der Straße, in den Parlamenten und auf Plätzen wie diesen für eine Gesellschaft, die nicht durch die ungezügelten Kräfte des Marktes zerrissen wird, sondern sozial und gerecht ist.

Wir kämpfen für die Hoffnung, dass ein sozialer Aufstieg für die ganz unten wieder möglich ist und harte Arbeit fair bezahlt wird. Wir kämpfen dafür, dass die Mieten nicht weiter explodieren und kein einziges Kind in Armut leben muss, dass kein einziges Kind zurückgelassen wird.

Vor allem aber kämpfen wir dafür, die Existenzangst abzuschaffen, für all die Millionen hart arbeitenden Frauen und Männer, Jungen und Alten, die in der Politik schon seit Jahren niemand mehr sieht, die aber die tragenden Säulen unserer Gesellschaft sind.

Dass wir mittlerweile überhaupt solche gesellschaftlichen Zustände haben, liegt nicht nur an der Politik, sondern hängt auch mit den Medien zusammen.

Denn anstatt Klüngel, Korruption und das totale Elitenversagen aufzudecken, erleben wir genau das Gegenteil:
Wir erleben, dass die AfD – die einzige wirkliche Opposition in diesem Land – von der Presse kontrolliert, kleingehalten und medial bekämpft wird.

Sie sezieren unsere Parteitagsbeschlüsse, in der Hoffnung, den einen Satz zu finden, den man auch anders interpretieren kann.

Sie durchsuchen unsere Facebookseiten, in der Hoffnung den einen Dummkopf zu finden, der für eine reißerische Schlagzeile taugt.

Und sie kommen auf unsere Demos, in der Hoffnung ein falsches Wort, ein falsches Bild oder eine falsche Flagge einzufangen.

Aber nirgendwo lesen wir von den inzwischen Millionen Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Und auch nicht davon, dass es immer mehr werden.

Nirgendwo lesen wir von den unzähligen Menschen mit der existenziellen Angst, ein Computer, ein Roboter oder eine Drohne könnte ihnen in naher Zukunft den Job als Kassierer, Putzer, Fahrer oder Paketausträger wegnehmen.

Und nirgendwo lesen wir von Kindern wie der siebenjährigen Vanessa hier aus einem der Plattenbauten, die Nacht für Nacht auf einem ausrangierten Sofa aus Großmutters Zeiten schlafen muss und die manchmal von Mitschülern gesehen wird, wie Sie mit Ihrer Mutter für Brot und Gemüse bei der Tafel Schlange steht.

Kein Journalist schreibt über Vanessas arbeitslosen Vater, den sie nie kennengelernt hat, den Bruder, der die Schule nach der 8. Klasse abgebrochen hat und die verzweifelt kämpfende Löwenmutter, die nach Abzug der Miete gerade noch 400 Euro zum Wirtschaften übrig hat.

Kein Journalist schreibt, dass Vanessa schon jetzt in ihrer Klasse sozial ausgrenzt ist, noch nie in ihrem Leben in den Urlaub gefahren ist und mit ihren gerade mal sieben Jahren schon so etwas wie Perspektivlosigkeit spürt.

Aber der kleine Mann ist längst aufgewacht. Er denkt über das nach, was die Lückenpresse schreibt, was der Staatsrundfunk propagiert und was die immer gleichen und immer besserwissenden Talkshowgäste schwadronieren.

Er merkt, wie ihn die Parteisoldaten und Medieneliten ignorieren, solange er nichts sagt und wie sie ihn mit allen Mitteln bekämpfen, sobald er laut aufbegehrt.

Wie sie ihn als Rechten, Nazi, Pack oder Schande für Deutschland beschimpfen. Und das nur weil die Hoffnung von einst einer großen Angst vor dem Morgen gewichen ist. Angst um den Job. Angst um die Existenz seiner Familie und Angst um die Zukunft seiner Kinder.
Und genau deshalb kauft der kleine Mann keine Zeitung mehr, schaut keine Talkshow mehr und hasst die GEZ-Gebühren immer mehr.

Genau deshalb kommt er zu uns, zur Alternative für Deutschland. Denn bei uns kann er sagen, was er denkt. Bei uns kann er sagen, dass es ihm stinkt.

Und wir sind sein Sprachrohr. Ungelogen, unzensiert, politisch unkorrekt und laut. Und wir werden lauter.
So laut, dass das ganze System der Halbwahrheiten, Falschmeldungen und Lügen, dass das ganze politische und mediale System der Wirklichkeitsverweigerung bald krachend in sich zusammenbricht.

Ich weiß es gibt Zweifler da draußen. Es gibt diejenigen, die schon immer das gleiche gewählt haben, und nun auch beim EU-Import Martin Schulz wieder Hoffnung schöpfen.

Aber denen sage ich, es wird auch mit Schulz genauso weitergehen, wie bisher. Denn solche Politiker interessieren sich nicht mehr für sozialen Ausgleich, sondern machen sich den Staat zur Beute.

Ich gebe Ihnen nur ein Beispiel. Für dieses Jahr hat die Bundesregierung eine Erhöhung des Kindergeldes beschlossen und das mit großem Stolz verkündet. Auch die Tagesthemen haben ausführlich darüber berichtet.

Statt 192 Euro Kindergeld sind es nun 194 Euro pro Monat. Ganze 2 Euro gibt es jetzt mehr. 2 Euro. Da bleibt einem nur noch die Spucke weg.

Aber es kommt ja noch viel dicker. Auch die Bundestagsabgeordneten bekommen in diesem Jahr mehr. Aber deren Diäten erhöhen sich nicht um 2 Euro, nicht um 20 Euro. Nein, sie erhöhen sich um 215 Euro. Monat für Monat bekommt jeder Bundestagsabgeordnete demnächst 9542 Euro.

Da müssen wir die alleinerziehende Krankenschwester hier in den Plattenbauten gar nicht erst fragen, was die davon halten soll. Entschuldigt den Ausdruck, aber die kotzt. Und zwar zu Recht.

Denn diese Politik ist eine Schande für die unzähligen hart arbeitenden Menschen, für die verzweifelten Alleinerziehenden und für unsere Kinder. Diese Politik ist eine Schande für den deutschen Sozialstaat.

Und egal, ob die Menschen Schulz, Merkel, die Roten, die Grünen oder die Gelben wählen, nach 20 Jahren leerer Versprechen wissen wir, es wird rein gar nichts besser, sozialer oder gerechter. Es wird alles nur noch schlimmer, noch unsozialer, noch ungerechter.
Dieser Verrät am eigenen Volk muss ein Ende haben und er wird ein Ende haben. Und wir als AfD werden dieses Ende laut einläuten.
Wer uns wählt, wählt einen kompromisslosen Gegenkurs zur Verlogenheit und Unfähigkeit der Altparteien. Dann ist Schluss mit der neoliberalen Ideologie vom Wettbewerb der keine Moral und keine Grenzen kennt. Schluss mit dem hemmungslosen Kapitalismus, der sich schon viel zu lange der Politik, der Medien und der Arbeit des kleinen Mannes bemächtigt hat.

Wer uns wählt, wird nicht abgespeist mit Ausreden von wirtschaftlichen Sachzwängen und Alternativlosigkeit, sondern wählt ein starkes soziales Bollwerk gegen Lohndumping und Ausbeutung, gegen Profitgier, Zeitdruck und unbezahlte Überstunden und gegen den digitalen Kapitalismus, der mit seinen Computern, Robotern, Drohnen und selbstfahrenden Autos schon sehr bald mit voller Wucht bis auf den Grund unseres Sozialsystems durchschlagen wird.
Wer uns wählt, der wird Teil eines friedlichen Kreuzzugs für ein Deutschland der Sicherheit und der Gerechtigkeit.
Ein Deutschland der Zukunft und Zuversicht, für unsere jungen Mütter und Väter und für die vielen namenlosen Kinder, die so leben müssen, wie die siebenjährige Vanessa hier aus einem der Plattenbauten.

Hier finden Sie die Rede als 

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